In der Winterpause hat mit André Rieder ein neuer Trainer die sportliche Kommandobrücke übernommen. Viele Fans des FCM sind gespannt auf den neuen Trainer und möchten die Person kennenlernen. Da die ersten Pflichtspiele erst Mitte März anstehen, haben wir ein Interview mit André Rieder geführt, in dem er sich und seine Fußballphilosophie vorstellt.

 

Bitte stelle dich als Person kurz vor.

Mein Name ist André Rieder. Ich wurde im April 1972 geboren und wohne mit meiner Frau und unseren beiden Söhnen Jacob und Johannes in Bitburg. Seit über 10 Jahren arbeite ich an der St. Martin-Schule in Bitburg, einer Schule für Menschen mit ganzheitlichem und motorischem Entwicklungsbedarf. Ich unterrichte u.a. das Fach Sport und daher ist es nicht verwunderlich, dass Sport mein Hobby Nr. 1 ist. Zudem lese und reise ich gerne. Während ich früher in ferne Länder in Nord- und Südamerika sowie nach Indien gereist bin, besuchte ich, als die Jungs noch klein waren, viele schöne Ecken in Deutschland. Heute sind Städtereisen mit meiner Frau die Highlights.

Wie verlief deine aktive Zeit als Spieler?

Meine Jugendspielerzeit habe ich beim FC Bitburg verbracht und dort bis einschließlich Rheinlandliga gespielt. In dieser Zeit habe ich übrigens auch zeitweise mit einem meiner Vorgänger, Thomas Erschfeld, zusammengespielt. Als Seniorenspieler war ein höherklassiges Engagement durch Studium und Beruf eher ausgeschlossen. Ich hatte allerdings sehr gute Zeiten in Nattenheim und in Stahl. Als Spieler war ich überwiegend auf der 6er-Position aktiv. Es folgten 6 Jahre als Spielertrainer. Eine familiäre Veränderung führte dazu, dass ich nicht weiter als Trainer tätig sein konnte.

Welche Trainerausbildung hast du absolviert und welche Mannschaften hast du trainiert?

Während des Sportstudiums habe ich den C-Trainerschein erworben. 2015 habe ich den B-Trainerschein begonnen und erfolgreich absolviert. Dieser berechtigt zur Trainertätigkeit bis einschließlich Oberliga. Seit dem 01.01.19 gehöre ich zudem zum Lehrstab des Fußballverbandes Rheinland.

In Stahl nahm ich meine erste Tätigkeit als Spielertrainer auf. Ich war vorher als Spieler aktiv und wurde nach einer Trainerentlassung gefragt, ob ich nicht als Spielertrainer weitermachen könnte. Die Mission konnte mit dem Klassenerhalt erfolgreich erfüllt werden. Danach war ich Spielertrainer in Rittersdorf. Insgesamt waren es 6 Jahre als Spielertrainer.

2008 suchte Stahl/Mötsch einen Jugendtrainer, da der Trainer von Jacobs Bambinimannschaft aus beruflichen Gründen aufhörte. So begann meine Zeit als Jugendtrainer. Ich war bis Juni 2018 Trainer verschiedener Jugendmannschaften der JSG Stahl/Mötsch, in den letzten 6 Jahren ausschließlich in Mannschaften der Bezirksliga. Zuletzt trainierte ich die D-Jugend. Wir konnten die Saison als Tabellenzweiter erfolgreich abschließen. Im Laufe der Jahre holten meine Mannschaften einige Titel im Kreispokal und der Hallenkreismeisterschaft. Meine Tätigkeit als Jugendtrainer habe ich beendet, da meine Jungs in ein Alter kamen, in dem der Vater nicht mehr der Trainer sein sollte und es keine vakante Trainerstelle in einer anderen, höheren Jugend gab. Eine Pause kam mir zudem gelegen.

Welche Gründe haben dich bewogen, die Trainertätigkeit beim FCM aufzunehmen?

Ende Dezember erhielt ich die Anfrage, ob ich mir eine Trainertätigkeit beim FCM vorstellen könne. Ich habe gemeinsam mit meiner Familie überlegt, ob es schon der richtige Zeitpunkt sei, wieder als Trainer einzusteigen. Nach einem ersten Gespräch war mein Interesse geweckt. Positiv war für mich, dass es sich um einen Dorfverein handelt. Metterich identifiziert sich mit der Mannschaft und steht hinter der Mannschaft. Die Zuschauer stehen nach dem Spiel noch mit den Spielern zusammen und diskutieren. In den Spielen, die ich vom FC Metterich gesehen habe, habe ich festgestellt, dass es eine intakte Mannschaft gibt, die auch nach dem Spiel nicht sofort auseinanderläuft. Zudem haben mich die im Vorstand handelnden Personen überzeugt. Als ich mir die Sportanlage angeschaut habe, war ich sehr positiv überrascht. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan und man sieht, dass sich im Verein etwas bewegt. Ein weiterer Beweggrund war auch die Zielsetzung des Vereins in Bezug auf die Mannschaft. Nicht die Klassenzugehörigkeit und der Erfolg stehen im Vordergrund, sondern der Spaß am Fußball und die Weiterentwicklung der Mannschaft. Dies gibt mir die Möglichkeit, meine Spielphilosophie in Ruhe umzusetzen. In dem durchgeführten Probetraining ist mir aufgefallen, dass die Mannschaft selbstkritisch in Bezug auf die eigene Spielstärke und die Trainingsbeteiligung war. Ich habe zudem die mannschaftliche Harmonie und Geschlossenheit erlebt. Die Mannschaft besteht aus einer guten Mischung von erfahrenen und jungen Spielern. Durch die vielen Relegationen und den Abstiegskampf in den letzten beiden Jahren besitzt das Team zudem Erfahrungen in Drucksituationen. Insgesamt finde ich in Metterich sehr gute Voraussetzungen für meine Aufgabe als Trainer vor.

Welche Fußballphilosophie vertrittst du?

Ich mag aktiven und mutigen Fußball sowie Ballbesitz. Ich spiele gerne mit einer hohen Abwehr, insbesondere in einer Viererkette mit hochstehenden Außenverteidigern und frühem Pressing. Ich fordere die Spieler auf, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie sich später als falsch erweisen. Die Spieler sollen die Initiative für ein aktives Spiel suchen, sich anbieten und selbst kontrolliert passen.

Welche Ziele hast du dir für die Tätigkeit beim FCM gesetzt?

Ich habe drei wesentliche Ziele. Zunächst soll ein Saisonfazit der Spieler sein, dass das Training Spaß gemacht hat. Ein weiteres Ziel ist es, dass die Zuschauer gerne Fußball gucken kommen und am Team interessiert sind. Das dritte Ziel ist es, die Vorbereitung in der kommenden Saison als B-Ligist zu bestreiten.

André Rieder freut sich bereits auf die ersten Spiele und ist auch am Austausch mit den Fans sehr interessiert. Sprecht ihn doch einfach nach den Spielen einmal an, lernt ihn näher kennen und diskutiert mit ihm eure Sichtweise des Fußballs beim FCM.