Unsere Aufstellung:

Domm- Stone, Lemmes, Mäckes, Mätty - Marcelinios, Paddy, Andre, Axel (Miele, 88.) - Thomas ,Gomez

Tore: 0:1 Koltunski (37.Foulelfmeter), 0:2 Sebastian Neuhaus (41.), 1:2 Marcelinios (55.), 1:3 Rausch (56.), 2:3 Gomez (63.), 3:3 Thomas (67.), 3:4 Stefan Neuhaus (81.)

Besondere Vorkommnisse: Marcelinios verschießt Foulelfmeter (87.)

Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven und hatte auch kein Happy-End. Es war ein Drama. Dies gilt für die Spannung und auch für das Ergebnis.

Unsere personellen Probleme zwangen Wolfgang auch diesmal zu Änderungen. Franck und Lukas standen nicht zur Verfügung. Dafür war Lemmes wieder da. Er rückte in die Mitte der Abwehrkette, Mätty ging auf rechts. Domm ersetzte im Tor Kocki.

Sprachen wir nach dem letzten Spiel noch von der schlechtesten Saisonleistung, war das noch nichts gegen die Leistung der ersten Halbzeit. Das reichte bestenfalls für D-Klasse. Wir waren körperlich und mental viel zu langsam. Wir flogen reihenweise an Bällen vorbei und darunter hinweg. In Zweikämpfen kamen wir ständig zu spät. Nach 10 Minuten wurden die Bälle nur noch hinten raus gedroschen. Ein Aufbauspiel fand nicht statt, da jeder versuchte Pass nach vorne nicht ankam. Entweder wurde er dem Gegner in die Füße gespielt, konnte nicht kontrolliert werden, wurde versucht direkt weiterzuleiten oder Thomas stand im Abseits. Das Ergebnis war, dass wir in der 1. Halbzeit nicht einmal auf das gegnerische Tor schossen.

Und das lag nicht daran, dass der Gegner so stark war. Wißmannsdorf zog sich bei Ballverlust in die eigene Hälfte zurück und versuchte den Raum eng zu machen. Hatte man den Ball erobert, wurde er lang nach vorne gespielt. Entweder versuchte man es über die Außenbahn oder hoch durchs Zentrum, wo der lange Ball dann mit dem Kopf verlängert oder abgelegt werden sollte.

In der 13. Minute hatten wir zum ersten Mal Glück. Lemmes war an der Mittellinie unter einem langen Ball durchgeflogen und Sebastian und Stefan Neuhaus zogen im 2 gegen 1 auf Mäckes zu. Stefan Neuhaus scheiterte am Außenpfosten.

In der 20. Minute hatte Stone geschlafen und musste seinem Gegenspieler nachsprinten. Das Ergebnis war ein Eckball und eine Muskelverletzung bei Stone, die Wolfgang zum Wechsel zwang. Julian kam herein, Axel ging in die Abwehrkette und Julian auf die rechte Außenbahn.

Über diese Seite wurde dann die Wißmannsdorf Führung eingeleitet. Axel stand völlig falsch im Raum und statt sich frühzeitig nach hinten zu orientieren, versuchte er den langen Ball aus dem Mittelfeld mit dem Kopf zu erreichen. Dies misslang und Rausch hatte freie Bahn auf Domm. Dieser kam aus dem Tor und versuchte im Zweikampf zu klären, traf Rausch jedoch. Völlig zu Recht gab es Strafstoß. Diesen verwandelte Koltunski flach in die linke Ecke (37.). Jetzt brachen alle Dämme und unsere Abwehr hatte ihren Namen nicht mehr annähernd verdient. Nachdem Kevin Müller nach einem langen Ball zunächst noch scheiterte (40.), rutschte Mäckes in der nächsten Aktion aus. Wer bei dem hohen und nassen Rasen in solchen Nockenschuhen spielt, hat es allerdings auch nicht besser verdient. Sebastian Neuhaus hatte freie Schussbahn und traf aus 20 Metern in die linke Ecke. Domm hatte keine Chance: 2:0 (41.).

Nur drei Minuten später konnte Domm einen Freistoß von Hommerding mit einer Glanzparade gerade noch um den Pfosten lenken. In der 45. Minute blockte Andre einen Freistoß von links nur in die Mitte ab. Stefan Neuhaus zog volley von der Strafraumgrenze ab und der Ball klatschte an die Latte. Zur Halbzeit hätte das Spiel bereits entschieden sein können.

In der Halbzeit stellte Wolfgang um. Andre ging auf die 6er-Position zurück und Marcelinios auf die Außenbahn. Mit Engagement und Kampf begann unser Team die zweite Hälfte. Man merkte, dass sich die Elf etwas vorgenommen hatte.

Und schon ergaben sich Chancen. Wißmannsdorf rückte nach einer Abwehraktion auf und Marcelinios wurde mit einem Heber über die Abwehr mustergültig bedient. Ihm fehlte allerdings die Ruhe und Übersicht. Er wollte per Dropkick über den herauslaufenden Torwart lupfen, verfehlte jedoch das Ziel. Thomas war in der Mitte mitgelaufen und Marcelinios hätte den Ball nur quer legen müssen. Welch eine Chance (49.).

In der nächsten Aktion hatten wir aber Erfolg. Julian hatte die Abwehr gestört und so kam keine klare Abwehraktion zu Stande. Es kam im Mittelfeld zu einem Pressschlag von Axel mit einem Gegenspieler. Der Ball prallte nach vorne zu Marcelinios, der diesmal den Ball in die lange Ecke verwandelte (55.). Jetzt witterte unsere Mannschaft ihre Chance, wurde aber eiskalt abgeduscht.

Axel, der defensiv überfordert war, ließ sich ausspielen und setzte dann nicht nach. So kam stand Mäckes erneut in eine 2 gegen 1-Situation mit Stefan Neuhaus und Stefan Rausch. Neuhaus passte auf Rausch, der seitlich auf Domm zulief und flach an Domm vorbei einschoss (56.).

Kurz danach hatten wir Riesenglück, als ein Wißmannsdorfer Schuss nur an den Pfosten klatschte.

Unser Team ließ sich trotzdem nicht entmutigen und versuchte alles. Thomas und Gomez kombinierten auf rechts und Gomez zog ab. Der Ball wurde abgeblockt und prallte zu Julian. Dieser ging in den Strafraum, wartete lange und passte den Ball dann quer auf den zweiten Pfosten. Den Pass grätschte der mitgelaufene Gomez zum Anschlusstreffer ins Netz (63:).

In der nächsten Aktion schlug Paddy einen langen Pass auf die linke Seite. Thomas verlängerte mit dem Kopf auf Marecelinios, der sich im Zweikampf robust durchsetzte. Er zog von außen in die Mitte und steckte schön zu Thomas durch, der in die Gasse gelaufen war. Thomas zog mit links ab und traf in die kurze Ecke direkt unter die Latte (67.) zum 3:3.

Seltsamerweise kam jetzt wieder ein Bruch in unserem Spiel. Statt auf den Sieg zu drängen, war es wieder ein ausgeglichenes Spiel. Jetzt wurde Schiedsrichter Köhler zur mitentscheidenden Figur.

Zunächst hatten wir Glück, dass Stefan Neuhaus nach einer langen Flanke von links am zweiten Pfosten Lemmes anköpfte. Hätte Lemmes nicht dort gestanden, wäre der Ball definitiv im Tor gewesen. In der nachfolgenden Abwehraktion im Strafraum wehrte Mätty einen Ball mit der Brust ab. Er stand mit dem Rücken zum Schiedsrichter und hatte den Oberkörper in der Aktion Richtung Ball gedreht. Der Schiedsrichter vermutete wahrscheinlich, Mätty hätte in dieser Aktion den Ball mit dem Arm berührt. Sehen konnte er es definitiv nicht und selbst Wißmannsdorfer Zuschauer auf dieser Seite sagten nach dem Spiel, dass es kein Handspiel war. Trotzdem gab es Strafstoß. Diesen verwandelte Stefan Neuhaus in die Mitte vom Tor zum 4:3 (82.).

Erneut warf unsere Mannschaft alles nach vorne. Thomas wurde im Strafraum angespielt. Er fiel und der Schiedsrichter pfiff. Der Gegenspieler war zwar bei Thomas, aber ich konnte kein strafbares Vergehen sehen. Vielleicht hatte der Schiedsrichter aus der vorherigen Situation etwas gut zu machen. Aber der wesentliche Unterschied war, dass Marcelinios den Strafstoß nicht nutzen konnte. Sein zu unplatziert geschossener Elfmeter wurde von Torwart Eppers abgewehrt (87.).

Dann folgte in der Nachspielzeit aber eine Aktion, die die Gemüter vollends erregte. Nach einem hohen Ball von der Seite, stoppte Thomas den Ball 6 Meter zentral vor dem Tor, behauptete sich im Zweikampf und schob ein. Aus weiterem Himmel pfiff Schiri Köhler Abseits. Dies konnte niemals Abseits sein. Und selbst die Wißmannsdorfer Verteidiger schauten sich überrascht an. Dann war Schluss und es kam zu Tumulten rund um den Schiedsrichter.

Die Mannschaft hat sich die Niederlage zu wesentlichen Teilen natürlich selbst zuzuschreiben. Wer so in der ersten Halbzeit spielt und dann noch einen Elfmeter nicht nutzt, darf sich über eine Niederlage nicht wundern. Wenn man aber trotz allem den Ausgleich erzielt und dieser zu Unrecht nicht anerkannt wird, ist dies bitter. Nachdem einige Mannschaften im Tabellenkeller gepunktet haben, wir es jetzt immer enger. Wir sind im Abstiegskampf mit ganz vielen anderen Mannschaften angekommen. Das wäre nicht nötig gewesen. Unsere Mannschaft wird die Klasse halten, wenn sie ihr Potential auch nur annähernd abruft. Wenn man aber ohne Kampf und Leidenschaft spielt, wird es definitiv nicht reichen.