Unsere Aufstellung:

Bassa - Stone (Gomez, 85.), Lemmes, Mäckes, Dennis - Mätty (Axel, 83.), Andre (Timo, 76.), Paddy, Chrissi W., Marcelinios - Thomas

Tore: 1:0 Andre (15.), 1:1 Marius Reichel, Handelfmeter (62.), 1:2 Marius Reichel, Foulelfmeter (62.), 1:3 Dimitri Lange (91.)

Die Niederlage in Schleid ist für uns kein Beinbruch, aber sehr unglücklich. Letztlich wurde die Mannschaft nicht vom Gegner geschlagen, sondern vom Schiedsrichter. Dazu später mehr.

Vorweg muss man anerkennen, dass Schleid der verdiente Sieger war, wenn man sich die Spielanteile anschaut. Unser Gegner hatte gefühlte 80% Ballbesitz. In der zweiten Halbzeit hatten wir keinerlei Kontrolle mehr im Spiel. Es war eine einzige Abwehrschlacht. Bis auf eine entscheidende Spielsituation in der 90. Minute, hatten wir keinerlei gefährliche Aktion mehr nach vorne.

Bei Schleid war allerdings nicht alles Gold, was glänzt. Aus dem Spiel heraus gelang Schleid lediglich ein Treffer in der Nachspielzeit, als das Spiel ohnehin so gut wie beendet war. Das Spiel lief wie erwartet. Schleid agierte mit einem enormen individuellen Tempo. Die Spieler waren durchweg schneller als unsere Spieler. Sie waren auch durch die Bank sehr dribbelstark und technisch versiert. Was die Mannschaft allerdings daraus machte, war eine Katastrophe. Was nützen 80% Ballbesitz, wenn ich nicht in der Lage bin, Chancen zu erspielen? Dies erklärt auch, warum Schleid bei diesem Potential B-Klasse spielt. Der Eigenanspruch der Spieler und das, was sie tatsächlich spielen, klafft sehr weit auseinander. Das zur Schau getragene Selbstverständnis und die tatsächliche Leistung im Gegensatz dazu, führen natürlich auch dazu, dass die Mannschaft teilweise als unsympathisch empfunden wird. Dieses Gehabe kannte man in der Vergangenheit besonders aus Bitburg. Und so musste dann auch der Schiedsrichter Schleid aktiv zu Sieg verhelfen.

Zur Chronologie: Schleid begann mit einem enormen Tempo, rasanten Dribblings und schnellen Passkombinationen. Die Mannschaft war sehr aggressiv und presste bei Ballverlusten. So konnten wir uns in der Anfangsphase von dem Druck nicht befreien. Schleid gelang jedoch nicht ein gefährlicher Abschluss. Unsere Mannschaft hielt aufopferungsvoll und kämpferisch dagegen. Es gelang ihr immer wieder, ein Bein in die Aktionen zu bekommen. Einer half dem anderen und so konnte die Anfangsphase überstanden werden.

In der 15. Minute die eiskalte Dusche für Schleid: Dennis jagte einen seiner Raketeneinwürfe in den gegnerischen Strafraum. Andre kam angelaufen und köpfte aus 7 Metern mittig vor dem Tor in fast unbedrängter Lage in die rechte Ecke: 1:0. In Schleid hatte man von Dennis wohl noch nichts gehört. Am Spielfeldrand vermuteten wir, dass Dennis bei der Bundeswehr neuerdings aus Kostengründen auch die Raketen selbst wirft. Sonst sind die Distanzen kaum zu erklären.

Schleid wirkte geschockt. Vorbei war die Herrlichkeit. Das Team versuchte es jetzt statt mit Kombination, fast nur noch mit langen Bällen aus der eigenen Defensive auf die Außenbahnen. Dort standen Dennis und Stone gut und ließen wenig zu. Und wenn einmal ein Spieler vorbei kam, war ein Mitspieler zur Stelle, der aushalf. Den einzigen Torschuss von Schleid in der ersten Halbzeit verzeichnete Marius Reiter. Sein Schuss war jedoch sichere Beute von Bassa (19.).

In der 27. Minute hätten wir fast den zweiten Nadelstich gesetzt. Erneut flog eine Einwurfgranate von Dennis in den Strafraum. Schleid klärte per Kopf aus dem Strafraum. Dort stand Marcelinios. Der drosch den Ball aus 20 Metern knapp über die Querlatte. Das hätte das 2:0 sein können. Eine weitere Chance hatte Mäckes, dessen Kopfball nach einer Ecke von Andre allerdings das Ziel verfehlte (43.).

Nach dem Führungstreffer bekamen wir das Spiel besser in den Griff. Schleid hatte zwar den Ball, aber uns gelangen insbesondere über Paddy und Thomas immer wieder Aktionen, in denen wir Bälle kontrollieren konnten und Schleid zu defensivem Denken zwangen. Daher blieben auch mindestens drei Verteidiger ständig hinten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich das erwartete Bild. Schleid lief erneut mit Wut an und wollte das Spiel drehen. Jetzt konnte sich das Team auch Chancen erspielen. Giulian Hennig scheiterte mit einem Kopfball (48.), C. Ribeiro nach einem Eckball (50.) und Marius Reiter mit einem Schuss (59.). Bassa wurde jetzt zunehmend der Turm in der Schlacht. Mit seinen Paraden hielt er uns im Spiel. Unserer Mannschaft unterliefen zunehmend Fouls und beide Außenverteidiger holten sich gelbe Karten ab.

Als die Anfangsviertelstunde überstanden war, hofften wir darauf, dass der Angriffswirbel nachlassen würde. Doch dann köpfte sich Paddy im Strafraum unglücklich selbst an die Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte Marius Reichel sicher in die rechte Ecke (62.).

Dies gab Schleid nochmals einen Schub. Wo man sich vorher noch gegenseitig anmeckerte, fasste man jetzt neuen Mut. Wir konnten keinerlei Aktion mehr nach vorne starten, um Entlastung zu erfahren. Die Defensive war ständig unter Beschuss und es wurde immer schwieriger, die Lücken zu schließen. Dimitri Lange, der Goalgetter der Schleider, hatte jetzt mit Drehschüssen gute Gelegenheiten. Erneut war es Bassa, der hervorragend parieren konnte. Bei einer Abwehraktion von Chrissi hatten wir Glück, dass der Schiedsrichter nicht auf Strafstoß entschied. Er wäre berechtigt gewesen.

Dann kam die spielentscheidende Szene. Wir hatten in der eigenen Hälfte Freistoß und rückten nach vorne, um selbst nochmals Gefahr herbeizuführen. Dennis wollte den Ball lang in den gegnerischen Strafraum schlagen, traf ihn aber nicht richtig. Der Ball ging flach in die Füße von Dimitri Lange. Der nahm sofort Fahrt auf. Statt abzuwarten, da Axel in der Nähe war, wollte Dennis seinen Fehler wieder gutmachen und rauschte in vollem Tempo heran. Lange ließ ihn aussteigen und Dennis landete auf dem Hosenboden. Jetzt hatte Lange freie Fahrt Richtung Tor. Axel und Paddy nahmen die Verfolgung auf. Im Strafraum grätschte Paddy dann den Ball sauber vor Lange weg. Der fiel anschließend über Paddys Bein. Der Schiedsrichter Maus aus Daleiden entschied auf Strafstoß. Bis dahin hatte er gut gepfiffen, aber dies war eine klare Fehlentscheidung. Und er hatte eine gute Position, um die Situation richtig zu beurteilen. Selbst die Schleider Spieler sagten nachher, dass dies kein Strafstoß war. Marius Reichel schoss erneut. An den unplatzierten Ball kam Bassa noch heran, aber er ging trotzdem ins Netz (82.).

Jetzt verlor der Schiedsrichter das Spiel völlig aus der Hand. Es wurde immer turbulenter und der Schiedsrichter war den Situationen nicht mehr gewachsen. So kam es immer wieder zu Raufereien und Foulspielen. Dies gipfelte darin, dass ein Schleider Spieler Thomas als "Pflegefall" bezeichnete und der daneben stehende Schiedsrichter nicht reagierte. Das sagt alles aus.

Den zweiten Bock schoss der Schiedsrichter in der 90. Minute. Axel verlängerte einen langen Ball mit dem Kopf in den Strafraum. Thomas war vor seinem Gegenspieler am Ball und wollte einnetzen, als er umgerannt wurde. Bei dieser glasklaren Aktion blieb die Pfeife stumm.

Im Gegenzug konterte Schleid über die rechte Seite mit Marius Reiter. Dieser passte dann in die Mitte auf den mitgelaufenen Dimitri Lange, der aus kurzer Distanz zum 1:3 einschob. Der Pass war allerdings abseitsverdächtig. Dies spielte aber keine Rolle mehr. Das Spiel war aus.

Unsere Mannschaft hat sich teuer verkauft. Sie wurde nicht von Schleid geschlagen, sondern vom Schiedsrichter. Auf dieser Leistung kann die Mannschaft aufbauen. Die Punkte müssen wir auch nicht unbedingt in Schleid holen. Es ist nur traurig, wenn man die Chance dazu hat und dann vom Schiedsrichter geschlagen wird. Aber vielleicht gleicht sich dies in der Saison nochmal aus.